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Tony Schumacher (17. Mai 1848, Ludwigsburg – 10. Juli 1931, Ludwigsburg)

Tony Schumacher gehörte neben Thekla von Gumpert, Isabella Braun, Ottilie Wildermuth, Johanna Spyri, Agnes Sapper, um nur einige der vielen zu nennen, zu den renommiertesten Kinderbuchautorinnen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

Sie war das siebte und jüngste Kind des General Fidel von Baur-Breitenfeld, Gouverneur von Ludwigsburg und dessen Ehefrau Karoline Friederike, geb. Freiin von Kerner. Sie erblickte im Grävenitz-Palais das Licht der Welt, wo sie auch getauft wurde.

Die Mutter war die Nichte von Justinus Kerner, einem schwäbischen Schriftsteller. Entsprechend ihrer vornehmen Herkunft erhielt Tony Privatunterricht und besuchte anschließend noch eine private "Töchter-Anstalt". Folgend führte sie das Leben einer "Haustochter", das zuweilen begleitet war von einem Gefühl der Öde und des Unbefriedigtseins (Rooschütz 1931, S. 15).

Am 5. Oktober 1875 heiratete Tony von Baur-Breitenfeld den 17 Jahre älteren Geheimen Hofrat Karl Friedrich Schumacher. Das Ehepaar, das keine Kinder hatte, wohnte in Stuttgart, Olgastraße 33. Dort lebte die Schriftstellerin bis 1923.

Tony Schumacher, die eine begeisterte Tassen-, Krippen- und Puppensammlerin war, begann erst im Alter von 40 Jahren zu schreiben. Sie ist Autorin von mehr als 40 Kinderbüchern, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts viel gelesen wurden. Ihre Kinderbücher waren betont pädagogisch, die zur Entwicklung des Pflichtgefühls, religiösen Verhaltens und der Nächstenliebe beitragen sollten. In den Mittelpunkt ihrer Kinderbücher stehen mit Vorliebe elternlose, arme, einsame, kranke oder Kinder aus fremden oder adeligen Milieu. Mit ihren Werken für die Jugend hatte die Autorin die richtigen, ihre Gesellschaftsklasse intensiv bewegenden Themen (Unterhaltung und Belehrung) getroffen (vgl. Augustin 2002, S. 168 ff.)

Neben ihrer schriftstellerischen Begabung war Tony Schumacher eine talentierte Zeichnerin. Hunderte von Bleistiftzeichnungen hatte sie vor allem in den ersten Ehejahren angefertigt und viele davon aquarelliert.

1984 wurde ihre Erzählung "Reserl am Hofe" verfilmt, gefolgt von "Cirkuskinder" (1986) und "Das Turmengele" (1986).

Im Alter von 75 Jahren kehrte die Schriftstellerin wieder in ihre Geburtsstadt zurück. Sie nahm Quartier in einem zur "Gustav Wernerschen Kinderheilanstalt" gehörenden Gebäudeteil. Ihre Fürsorge gehörte den kranken Kindern, die Tony Schumacher liebevoll Heimela nannten. Anlässlich ihres 80. Geburtstages wurde in Ludwigsburg eine Straße nach ihr benannt.

Ihr Grab befindet sich auf dem Pragfriedhof in Stuttgart.



Bibliographie


Verwendete Quelle: Artikel Tony Schumacher. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. März 2008, 17:19 UTC.
URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tony_Schumacher&oldid=44258744
(Abgerufen: 5. Juni 2008, 10:10 UTC)
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