Dort stand die herrliche Gestalt am Strand;
Dem Schleier gleich, der Land und Meer umwob,
War der Bizotto, der sie leicht umwand,
Ein Duftgewand,
Das kecken Spiels die Tramontana hob.
Hinzog ein Schiff. Ein Jüngling stand am Mast,
Er jubelte und schaute kaum zurück;
Es schien, als fühlt' er sich erleichtert fast
Von einer Last,
Als dächt' er einzig an ein künftig Glück.
Sie aber wandte hastig sich, sie kam;
Welch' schlanker, welch harmonisch schöner Leib!
Auf ihrem Antlitz mischten wundersam
Sich Zorn und Scham,
Halb war sie Kind noch, halb schon blühend Weib.
Fern trieb sein Schiff. Vor seinem Auge stand
Die reiche Welt, ein täuschend Farbenspiel,
Indeß hier eine Perl' aus seiner Hand
Ihm in den Sand,
Vielleicht die einzige seines Lebens, fiel.
Es dunkelte; die Brandung jauchzte wild.
Am fremden Strande schritt ich sinnend hin;
Mein trotziger Sinn ward weich gestimmt und mild
Von diesem Bild;
Mir war's, mein eigen Leben säh' ich d'rin.