ngiyaw-eBooks Home

9. Dezember 2008

Franz Graf von Pocci – Weihnacht 1840.     Zur Biographie

aus: Franz G. Pocci, Dichtungen, Verlag der Hurter'schen Buchhandlung, Schaffhausen, 1843 S. 70 f.


20081209_Thomas Nast - Weihnachtsabend


Die Weihnacht naht, die Wonnezeit –
Ein Freudenabend weit und breit;
Die Kinder stehen vor dem Baum,
Den sie schon längst geseh'n im Traum.


Im Tannengrün, so dicht verzweigt,
Das heil'ge Kind die Gaben zeigt,
Und tausend Lichter funkeln helle,
Zu leuchten ihm an jeder Stelle.


Die Weihnacht naht, die Schmerzenszeit –
Ein Trauerabend weit und breit, –
Ein Sarg wird dort hinausgetragen,
Hört, wie sie weinen, wie sie klagen! –


Ja alle klagen, Groß und Klein –
Ihr Freund – er liegt im Todtenschrein.
Wer könnte in den Schmerzenstagen
Nach andrer Lust und Wonne fragen?


Als uns der Weihnachtsstern erschien,
Da sank ein theures Leben hin
Und vor dem Glanz der Weihnachtskerzen
Stehn wir mit tiefbetrübtem Herzen.


O Stern in dunkler Winternacht
Mit deiner wunderbaren Pracht,
Senk' deines Lichtes Tröstung nieder
Und gib uns Herzensruhe wieder!





20081209_Franz Graf von Pocci - Weihnacht 1840.

20081209_Franz Graf von Pocci - Weihnacht 1840.