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20. November 2009

Sophie Mereau – Schwermuth.     Zur Biographie

aus: Sophie Mereau, Gedichte, Erstes Bändchen, Johann Friedrich Unger, Berlin, 1800, S. 40f.


20091120_Harald Reiter - Vollmond im Winter

Harald Reiter – Vollmond im Winter
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Harald Reiter sind urheberrechtlich geschützt!


Abenddämm'rung liegt auf meinem Garten –
und ich blicke mit bewölktem Sinn,
meinen müden Kopf gelehnt am harten
Fensterrahmen, wie auf Gräber hin.


Und die Geister meiner schönen Stunden
gehn vorüber, mit gesenktem Blick.
Ach! schon sind sie fern dahin geschwunden –
ich allein blieb sehnsuchtsvoll zurück!


Mondenschimmer, deine Strahlen kränzen
meine Stirn nicht mit Beruhigung! –
Alle meine Freuden, alle, glänzen
nur im Schimmer der Erinnerung.


Glück des Lebens! – wer dich fand, der lerne
dich entbehren: denn so schnell entweicht
nicht im Sturm die Wolke, die jetzt ferne
scheint, jetzt da ist, jetzt dem Aug' entfleucht!


Wo, wo ist Genuß? – in Phantasieen
künft'ger Freuden? – Kalte Wirklichkeit
zwingt des Herzens holden Wahn zu fliehen,
und verhüllt die ferne Seligkeit.


Gegenwart! – ach, meine Blicke finden
keine Blüthen! – Nimm die Huldigung,
Du – ich will mir welke Kränze winden –
Himmelstochter, o Erinnerung!




20091120_Sophie Mereau - Schwermuth.

20091120_Sophie Mereau - Schwermuth.