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Alexis Aar – Studententraum.     Zur Biographie

aus: Die zehnte Muse, Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl, herausgegeben von Maximilian Bern, Verlag Otto Eisner, Berlin, 12. Tsd. 1904, S. 137



Studententraum.

Mir träumt', ich hätt' einen Onkel
In Süd-Amerika,
Der wäre als reicher Kaufherr
Gestorben am Podagra.


Auf seinem Totenbette,
Da hätt' er röchelnd gesagt:
»Ihr Herren, 's ist alles eitel,
Darum man sich schindet und plagt.


»Ich habe Millionen gesammelt
Und muss nun doch hinweg;
So will ich mein Geld denn vermachen
Für einen milden Zweck!


»Ich hab' einen lieben Neffen
Im durstigen deutschen Land:
Dem sei mein grosses Vermögen
Grossmütiglich zugewandt.«


Doch hätt' er eine Klausel
Voll frommen Sinns erdacht:
Ich müsste das Geld verzechen
In einer einzigen Nacht.


Mit glühend durstiger Kehle
Wacht' ich vom Schlummer auf:
Ach, lebtest du, guter Onkel,
Und stürbst auch gleich darauf!




Alexis Aar - Studententraum.