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Biographie

Peter Altenberg (09. März 1859, Wien – 08. Januar 1919, Wien)

Peter Altenberg, mit bürgerlichem Namen Richard Engländer, wurde als erstes von fünf Kindern des reichen jüdischen Kaufmanns Moritz Engländer und seiner Frau Pauline in Wien geboren.

Nach anfänglichem Privatunterricht, der auch das erlernen des Geigenspiels beinhaltete, trat Altenberg 1869 in das »Akademische Gymnasium« in Wien ein, wo er bis 1877 blieb. Nach bestandener Matura begann Altenberg Ende 1878 auf Wunsch seines Vaters ein Jurastudium an der Universität Wien. 1879 wechselte er zum Medizinstudium, brach dieses aber ein Jahr darauf plötzlich ab und begann eine Ausbildung in Julius Weises Hofbuchhandlung in Stuttgart. Nachdem Altenberg 1881 auch diese Ausbildung abbrach, wandte er sich erneut bis 1883 dem Jurastudium zu.

Als bei Altenberg 1883 von einem Psychiater eine »Überempfindlichkeit des Nervensystems« diagnostiziert wurde, reifte in ihm die Vorstellung anders als andere zu sein und sich nicht mehr an gesellschaftlichen Konventionen orientieren zu müssen. Altenberg wurde zu einem Bohemien, der sich selbst gegen die gängige Mode stellte und dadurch schnell zu einem "Wiener Original" wurde. Altenbergs Mutter mißfiel diese Wandlung und es kam zum Bruch zwischen den beiden, sein Vater unterstütze ihn jedoch weiterhin und sorgte für seinen Lebensunterhalt.

Nachdem Altenberg 1895 seine ersten literarischen Skizzen verfaßte, konnte er durch seinen Kontakt mit Karl Kraus, dem wohl bedeutendsten Wiener Literaten jeder Zeit, erste Arbeiten veröffentlichen. So erschien Anfang 1896 Altenbergs Skizze »Locale Chronik« in der Wiener Wochenschrift »Liebelei«. Kurz darauf wurde sein erstes Buch »Wie ich es sehe« veröffentlicht. Erst für dieses Buch legte er sich das Pseudonym Peter Altenberg zu. Mit seiner, von ihm selbst »Telegramm-Stil der Seele« genannten Erzählweise, begründete Altenberg seinen Ruf als Dichter der »kleinen Form« und fand in der literarischen Szene Wiens große Anerkennung. So bezeichnete z. B. Robert Müller Altenberg als einen "geliebten Dichter des Neuen". Im Frühjahr 1897 folgte die Veröffentlichung von »Ashantee«, einer weiteren Skizze. Altenberg arbeitete neben seinen Buchveröffentlichungen nun auch an den Wiener Zeitschriften »Wiener Rundschau« und »Extrapost« sowie den Münchner Zeitschriften »Simplicissimus« und »Jugend« mit.

Altenberg siedelte 1899 nach München über und trat, dem Vorbild Karl Kraus folgend, aus der jüdischen Religionsgemeinschaft aus, um zum Katholizismus zu konvertieren.

Zu seiner bisher bloßen Mitarbeit an Zeitschrift, zu denen nun auch Karl Kraus' »Die Fackel« und die Berliner »Neue Rundschau« gehörten, begann Altenberg 1903 mit der Herausgabe seiner eigenen Zeitschrift »Kunst. Monatsschrift für Kunst und alles Andere«.

Nachdem die Firma seines Vaters 1905 bankrott ging, stand Altenberg ohne finanzielle Zuwendung da und wurde daraufhin von einigen Mäzenen unterstützt, u. a. Karl Kraus, Alfred Kerr, Hugo von Hofmannsthal und Salomon Fischer. Altenberg begann sogar damit Ketten aus Steinen und gedrechselten Holzstücken, sein »Peter Altenberg Kollier«, in Kaffeehäusern und Nachtlokalen zu verkaufen. 1905 veröffentlichte Altenberg seinen »ersten physiologischen Roman«, das Gesundheitsbuch »Prodomos«. Weiter erschienen zu dieser Zeit »Märchen des Lebens« (1907), »Die Auswahl aus meinen Büchern« (1908) und »Bilderbögen des kleinen Lebens« (1909).

Durch ständigen Konsum von Alkohol, den er anfänglich zum besseren Einschlafen trank, und die später dazugekommene Einnahme von Schlafmitteln, verursachten bei Altenberg 1910 ein Nervenleiden. Dieses Zwang ihn in der Folgezeit zu mehrfachen Aufenthalten in Kliniken. Auch litt er vermehrt an Verfolgungswahn.

Trotz seines Leidens schrieb Altenberg weiter und veröffentlichte 1911 mit »Neues Altes« eine Mischung aus Briefen, Tagebuchnotizen und Skizzen. 1915/16 erschienen die Skizzen »Fechsung« und »Nachfechsung« und kurz vor seinem Tod die Skizzen »Vita ipsa«. Altenbergs »Mein Lebensabend« erschien 1919 posthum.

Peter Altenberg starb am 8. Januar 1919 völlig verarmt an einer schweren Lungenentzündung in Wien.

Bibliographie

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