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Franz Blei (18. Januar 1871, Wien – 10. Juli 1942, Westbury, New York)

Prosa
Das Lesebuch
der Marquise
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Franz Blei, Das Lesebuch der Marquise, Ein Rokokobuch, Hyperionverlag, Berlin, o. J.



Franz Blei (18. Januar 1871, Wien – 10. Juli 1942, Westbury, New York)

Franz Blei war ein österreichischer Schriftsteller, Übersetzer und Literaturkritiker.

Blei besuchte das Stiftsgymnasium Melk. Nach einem Studium in Wien, Zürich, Genf und Bern, wo er 1895 mit einer Dissertation über die Dialoge des Abbé Galiani zum Doktor der Nationalökonomie promovierte, war er ab 1900 Redakteur der Zeitschrift Die Insel. Er gehörte zu dem Kreis um Alfred Adler und war mit diesem befreundet.

Er schrieb auch unter den Pseudonymen: Steinhöwel, Peregrin; La Houlette, Amadé de; LaHoulette, Amadé de; Houlette, Amadé de la; Franziscus Amadeus M. A.; Medardus; Bley, Franz; LaHoulette, A. de; Houlette, A. de la; Prokop und Sylvester; Steinhövel, Peregrinus; Loge.

Bekannt wurde Blei vor allem als Essayist (Prinz Hypolit und andere Essays, Insel-Verlag, Leipzig 1903 u.v.a.) sowie als Herausgeber von Zeitschriften und erotischen Texten (z. B. die Zeitschriften Der Amethyst, 1905, und Die Opale, 1907, oder die Sammlung erotischer Barockliteratur Das Lustwäldchen, 1907 ff.) bzw. philosophischer Essays über Pornografie. In einer seiner Zeitschriften – Hyperion (1908-1910 im Verlag Hans von Weber, München) – debütierte Franz Kafka. Er übersetzte Charles Baudelaire, Paul Claudel, Choderlos de Laclos, Marcel Schwob, André Gide, Nathaniel Hawthorne, Edgar Allan Poe und Oscar Wilde. Darüber hinaus publizierte er als Herausgeber u. a. Robert Walser. Für Robert Musil, mit dem er zeitlebens befreundet war, publizierte er Der Lose Vogel (Leipzig 1912/13) und Summa (1917). In den 1920er Jahren war er ein wichtiger Beiträger der Kulturzeitschrift Der Querschnitt.

Sein bekanntestes Werk als Schriftsteller und Kritiker ist Das große Bestiarium der deutschen Literatur (erstmals 1920 in München, ab 1922 bei Rowohlt). Dort beschrieb Blei spöttisch alle wichtigen Autoren in alphabetischer Ordnung als exotische Tiere. In späteren Auflagen wurde dieses Werk jeweils erweitert, unter anderem um Beiträge von Robert Musil und Hermann Broch, deren Namen nur verschlüsselt im Vorwort erwähnt werden. Einige seiner Dramen bzw. Dramenübersetzungen wurden auch vertont, darunter das Nusch Nuschi 1920 von Paul Hindemith und seine Übersetzung von André Gides König Kandaules von Alexander Zemlinsky. Zu Bleis Pseudonymen als Autor zählen Medardus und Doktor Peregrinus Steinhövel.

Blei lebte in München, Berlin und Wien, bevor er 1932 aus finanziellen und politischen Gründen nach Cala Rajada (Mallorca) emigrierte. 1933 wurden Bleis Bücher in Deutschland in den öffentlichen Bibliotheken verboten und aussortiert. Mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs im Sommer 1936 begann für Blei eine leidvolle Odyssee, die ihn über Wien, Florenz, Lucca, Cagnes-sur-Mer, Marseille und Lissabon nach New York führte. Verheiratet war er mit der Zahnärztin Maria Franziska Lehmann (2. Januar 1867, Offenburg – 8. November 1943, Gengenbach). Der Ehe, die nie geschieden wurde, wiewohl die Ehepartner bald nach der Geburt des ersten Kindes weitgehend getrennte Wege gingen, entsprossen die Tochter Maria Eva Sibylla (22. März 1897, Zürich – 14. März 1962, Costa da Caparica/Portugal) und der Sohn Peter Maria (17. Juni 1905, München – 18. Juli 1959 in Wädenswil/ZH). Beide starben kinderlos.

1959 wurde die Bleigasse in Wien-Favoriten nach ihm benannt.


Verwendete Quelle: Artikel Franz Blei in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Blei
Dieser Artikel (Quellenangabe) basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht seit Juli 2009 unter der Creative Commons Attribution/Share-Alike-Lizenz – vormals GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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