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Biographie

Inge von Holtzendorff, später: Inge Westpfahl (14. Mai 1896, Fiesole bei Florenz – 28. Oktober 1974, Würzburg)

Geboren wurde sie am 14. Mai 1896 als zweite Tochter des Schriftstellers Konrad Telmann (wirklicher Name: Ernst Otto Konrad Zitelmann (26. November 1854 – 24. Januar 1897)), lungenkrank und daher meist in Süden lebend, und seiner Frau Hermione von Preuschen-Telmann. Konrad starb ganz plötzlich als Helga, ihre Schwester, 4 Jahre und Inge erst 9 Monate alt waren. Hermione zutiefst getroffen versuchte allmählich Linderung ihres Schmerzes in Weltreisen zu finden und ließ ihre Kinder bei Hausangestellten zurück. So wurden sie mehr und mehr von den kinderlosen Verwandten von Holtzendorff in Obhut genommen. Margarethe von Holtzendorff war eine Schwester von Konrad.

1906 kam es zur Adoption, trotz des Widerstandes von Hermione, die Kinder wurden ihr entfremdet. Doch ab 1911 begann die geistige und blutsmässige Beziehung zur eigentlichen Mutter dennoch die Oberhand zu gewinnen, bis beide Mädchen 1915 zur Mutter nach Berlin übersiedelten.

Allzubald nach dem großen Glück der vereinten Familie starb Hermione plötzlich am 12. Dezember 1918 an einem Gehirnschlag.

1920 erschienen vier von Inges Jugend-Dramen im Druck.

Inge und Helga waren damals im Kreise um Constantin Brunner, dem Inge auch die Dramen (Luzifer, Maria, Die Dirne, Das Fest der Herzogin) widmete; für die Dramen "Luzifer" und "Maria" wurden Ideen und ein Traum von Constantin Brunner benutzt. Von beiden Dramen – wie auch später von Constantin Brunners Ideen im allgemeinen – distanzierte sich Inge in ihrem späteren Leben.

1921 erhielt sie eine ehrenvolle Erwähnung im Rahmen der Verleihung des Kleist-Preises an Paul Gurk.

Im gleichen Jahr lernte sie Conrad Westpfahl kennen.

1923 heiratete sie den Kunstmaler Conrad Westpfahl, der jedoch damals keinen Zugang zu ihren Dramen fand. So verstummte Inge für Jahre. Ihre Hochzeitsreise führte sie nach Prerow auf dem Darß an der pommerschen Ostseeküste.

Sie lebten in ständig wechselnden Wohnungen in Dresden, anschließend zogen sie kurzzeitig nach Waltenhofen zu ihrer Schwester Helga ins Allgäu, die mit ihrem Mann, Martin Gericke (aus dem Kreise um Constantin Brunner), dort einen Bauernhof, mit dem sie auch ihrer Schwester Inge eine Heimat schaffen wollte, aus dem Erlös des Verkaufes des "Tempio Hermione" ihrer Mutter, erworben hatte, der jedoch schon nach wenigen Jahren aufgegeben werden mußte, da sich weder Martin noch Helga für die Landwirtschaft eigneten. Im September 1924 zogen Inge und ihr Mann dann nach Berlin in sein Elternhaus in der Lützowstraße.

Am 18. Oktober 1924 wurde Katharina geboren.

Ihre erste Reise führte sie 1925 in den Süden nach Rapallo und Maderno.

Von April bis August 1926 lebten sie in Paris, der Provence, an der Côte d' Azur und italienische Riviera. In diesem Jahr wurde auch Konradin – ihr zweites Kind – in Stettin geboren.

Von März bis Mai 1927 lebten sie in Paris, an der Côte d' Azur und auf Korsika.

1928 unternahmen sie eine Reise durch Italien.

Von Mai 1931 bis November 1932 wohnten sie in Paris. Von Dezember 1932 bis April 1933 in Sevres bei Paris. Im April 1933 kehrten sie nach Berlin in die Lützowstraße zurück.

Im April 1934 wanderte die Familie nach Griechenland aus, das Land von Inges Liebe, dessen Sprache in Berlin sie studierte hatte.

Erst 1935 in Ägina drang der ihnen befreundete Schriftsteller Nikos Katzanzakis in sie, ob sie denn inzwischen garnichts mehr geschrieben habe? Sie hatte nur eine flüchtige Niederschrift aus schlaflosen Nächten: "Semele" – Katzanzakis las es, war tief beindruckt, und übersetzte es ins Neugriechische.

Zwischen 1934-1939 lebten sie an wechselnde Aufenthaltsorten in Griechenland. Von Athen aus unternahmen sie Reisen nach Sparta, Mistra, Mykene und Korinth, sowie Kreta.

Damit war die Quelle in Inge wieder frei gelegt. Nach und nach entstanden weitere Werke.

Im Jahre 1939, während Inge und die Kinder in Hökendorf Urlaub machten, verbringt Conrad Westpfahl den Sommer auf Mykonos und Delos. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erzwang jedoch am 27. September seine Abreise aus Griechenland Richtung Neukrichen, wo er seine Familie im Oktober wiedertraf.

Ab November 1939 wohnten sie – nachdem Conrad das Malen von den Nationalsozialisten verboten wurde – in der Villa des Kammersänges Heinrich Knote in Pöcking am Starnberger See.

1943 zogen sie nach München in die Landwehrstraße.

1947/48 Aufenthalt in der Schweiz.

1960 zogen sie ins Schloß Birnfeld in Unterfranken.

1964 verbrachten sie eine Zeit auf Rhodos und Delphi.

1971 zogen sie nach Wetzhausen in Unterfranken.

Am 28. Oktober 1974 stirbt Inge in einem Krankenhaus in Würzburg.

Der Tod von Inge führte bei ihrem Mann zu Depressionen und Vereinsamung. Am 23. Juli 1976 scheidet er freiwillig aus dem Leben.


Viele Informationen wurden uns freundlich von Katharina, Inge Westpfahls Tochter, zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich auch für die Genehmigung die Werke von Inge von Holtzendorff und Inge Westpfahl auf ngiyaw eBooks veröffentlichen zu können. Die Werke dieser Autorin unterliegen dem Urheberrecht!

Bibliographie

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