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Biographie

Friedericke Magdalena Jerusalem (4. April 1759, Braunschweig – 15. April 1836 im Hannoverschen Stift Wulfinghausen)

Friedericke Jerusalem war eine deutsche Dichterin.

Friedericke war die Tochter des Abts Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem. Sie erfüllte mit ihren beiden Schwester redlich die kindliche Pflicht, ihren Vater zu trösten und zu erheitern, als ihn bereits in höherem Alter (1775) der unerwartete Verlust seines Sohnes Karl Wilhelm, und einige Jahre später seiner Gattin, einer Tochter des Seniors Pfeiffer in Erfurt und Witwe des Göttinger Professors Albrecht getroffen hatte.

Nach ihres Vaters Tode (1789) zog sich Friedericke in das Hannoversche Stift Wulfinghausen zurück, wo sie auch starb. Sie war 65 Jahre lang Mitglied des dortigen Klosterkonvents.

Sie verband mit einer Fülle gediegenen Wissens, die sie einer sorgfältigen Jugenderziehung verdankte, einen wahrhaft christlichen, bescheidenen und anspruchslosen Sinn. Von den Lieben, an denen ihre Seele hing, war einer nach dem anderen entschlummert. Sie allein war übrig geblieben und lebte, wenn auch den Erscheinungen der Gegenwart nicht gänzlich entfremdet, doch mehr in der Erinnerung und in der Hoffnung auf ein höheres Sein. Sich auf dasselbe in stiller Frömmigkeit vorzubereiten, schien die Hauptaufgabe ihres Lebens.

Ihrem Charakter fehlte es nicht an liebenswürdigen Zügen. Sie entbehrte gern selbst, um nur Anderen wohlzutun, und ihr größter Schmerz war, nicht Allen helfen zu können.

Ein so milder wohltuender Geist atmet auch aus ihren Gedichten, die sie bescheiden nur vertrauten Freunden mitteilte. Ohne ihr Mitwissen und gegen ihren Willen wurden einige derselben in Sammlungen eingerückt, unter anderen in den von Voß und Göckingk herausgegebenen Musenalmanach und in Matthisson's lyrischer Anthologie.

Friedericke Jerusalem besorgte auch im Jahre 1792 die Herausgabe der nachgelassenen Schriften ihres Vaters in zwei Bänden.

Die Biographie basiert auf dem Artikel in der Allgemeinen Encyclopädie der Wissenschaften und Künste von Johann Samuel Ersch, Hermann Brockhaus Verlag, Leipzig, 1853.

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