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Eduard Keyserling (15. Mai 1855, Tels-Paddern – 28. September 1918, München)

Prosa

Wellen AcrobatReader PDF    epub ePub    MobiPocketReader/Kindle Mobi/Kindle    Kindle azw3/Kindle

Eduard Keyserling, Wellen, Roman, S. Fischer Verlag, Berlin, 8.-10. Auflage, 1920


Beate und Mareile AcrobatReader PDF    epub ePub    MobiPocketReader/Kindle Mobi/Kindle    Kindle azw3/Kindle

Eduard Keyserling, Beate und Mareile, Eine Schloßgeschichte, S. Fischer Verlag, Berlin o.J. [1903]


Bunte Herzen AcrobatReader PDF    epub ePub    MobiPocketReader/Kindle Mobi/Kindle    Kindle azw3/Kindle

Eduard Keyserling, Bunte Herzen, Zwei Novellen, S. Fischer Verlag, Berlin, 1909


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Eduard Keyserling (15. Mai 1855, Tels-Paddern – 28. September 1918, München)

Eduard Keyserling war ein deutscher Schriftsteller und Dramatiker.

Keyserling, der kaum Selbstzeugnisse hinterlassen hat – sein schriftlicher Nachlass wurde auf seinen Wunsch hin vernichtet –, wurde als zehntes von zwölf Kindern einer ländlich-adligen Familie auf Schloss Paddern im heutigen Lettland geboren. Er besuchte das deutsche Gymnasium in Kuldiga (deutsch: Goldingen) und studierte von 1875 bis 1877 Rechtswissenschaft in Dorpat (heute: Tartu in Estland). Wegen einer "Inkorrektheit" wurde er aus der Studentenverbindung Curonia ausgeschlossen. Das Studium beendete er nicht. Da er in seiner Heimat daraufhin ein gesellschaftlicher Außenseiter wurde, zog er nach Wien und studierte Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Wien und später noch in Graz.

Nach dem Studium verwaltete Keyserling die mütterlichen Güter Paddern und Telsen (1890-1895) und übersiedelte dann (nach dem Tod der Mutter Ende 1894) mit seinen drei Schwestern nach München. Der damals schon an Syphilis Erkrankte zog sich 1897 ein schweres Rückenmarksleiden zu und erblindete. Von 1899 auf 1900 ging er mit zwei seiner Schwestern auf eine letzte Italienreise. Danach führte Keyserling ein zurückgezogenes, von seinen körperlichen Leiden gezeichnetes Leben. In diesen Jahren, seit Ausbruch des Ersten Weltkrieges durch das Ausbleiben der Einkünfte von seinen Gütern in Kurland auch finanziell eingeschränkt, entstanden seine bekanntesten und besten Werke, die er den in seinem Haushalt lebenden Schwestern diktierte.


Während die frühen Romane Fräulein Rosa Herz. Eine Kleinstadtliebe (1887) und Die dritte Stiege (1892) noch unter dem Einfluss des Naturalismus stehen, seine Aufsätze zu allgemeinen und kulturellen Fragen ebenso wie die Dramen Ein Frühlingsopfer (1900), Der dumme Hans (1901), Peter Hawel (1904) und Benignens Erlebnis (1906) heute vergessen sind, gilt Keyserling aufgrund seiner ab 1903 veröffentlichten Erzählungen, Novellen und Romane als einer der wenigen bedeutenden impressionistischen Erzähler.

Angesiedelt in der Welt eines von protestantischer Pflichtethik geprägten, überfeinerten und kaum mehr lebensfähigen ländlichen Adels, der, gesellschaftlich weitgehend funktionslos geworden, der nachwachsenden Generation nur das erstickende Korsett überkommener Konventionen und ständischer Abgrenzung als Lebensinhalt zu vermitteln vermag, entfaltet Keyserlings erzählerisches Werk ab 1903 in stets subjektiver – figurengebundener – Erzählperspektive, oft aus weiblicher Sicht und ebenso oft, diese relativierend, polyperspektivisch erzählend, die individuellen Nöte der Angehörigen einer Oberschicht, "zu der auch die Bürgerlichen gehören, soweit sie als Erzieher, Hofmeister oder dergleichen auf den Schlössern 'gehalten' werden und ihren Lebensformen sich adaptiert haben" (Brinkmann). Im Kontrast dazu steht die ländliche, scheinbar unbeschnittene, natur-unmittelbare Welt der Dörfler, der einfachen Bauer und Fischer, die den Männern der Oberschicht zur Befriedigung ihrer Lebensgier offensteht, ebenso wie die Faszination, die jene innerlich zerrissenen Figuren umgibt, die wie Doralice mit dem Adel gebrochen haben (Wellen) oder wie Frau von Syrman wegen ihres "Roman[s] mit dem amerikanischen Versicherungsbeamten" als nicht mehr gesellschaftsfähig gelten (Fürstinnen). Keiner der Figuren, "die vor Verlangen zittern, draußen umzugehen, und, wenn sie hinauskommen, nicht atmen können" (Bunte Herzen), gelingt die ersehnte Grenzüberschreitung aus ihrem nur dekorativen Dasein hinaus; sie alle scheitern mit ihren Ausbruchsversuchen und resignieren zuletzt.

Sind auch die Schauplätze diskret in die Mark Brandenburg, nach Ostpreußen oder – gelegentlich – ins Bayerische verlegt, verdankt sich Keyserlings Erzählwerk, das ihm aufgrund der verhaltenen Ironie und seiner sensiblen Schilderung erotischer Konflikte das Etikett "baltischer Fontane" eintrug, doch zweifellos einer intimen Kenntnis der mit der russischen Revolution untergegangenen Welt der baltischen Adels. Liebevoll malt er die Intérieurs ihrer Schlösser und Landhäuser ebenso wie die künstlichen Landschaften der Felder, Gärten und Parks mit ihren Farben, Düften und dem wechselnden Licht. "Wenn es längst keinen Park mehr geben wird, wird man sich mit Hilfe von Keyserlings Schilderungen immer noch vorstellen können, welche Paradiesesverheißungen die alten europäischen Schlossgärten einmal enthielten." (Mosebach)

Verwendete Quelle: Artikel Eduard von Keyserling in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_von_Keyserling

Dieser Artikel (Quellenangabe) basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht seit Juli 2009 unter der Creative Commons Attribution/Share-Alike-Lizenz – vormals GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


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