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Multatuli, eigentl. Eduard Douwes Dekker (2. März 1820, Amsterdam – 19. Februar 1887, Nieder-Ingelheim)

Prosa
Max Havelaar
oder: Die Kaffee-Versteigerungen
der Niederländischen
Handels-Gesellschaft
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Multatuli, Max Havelaar – oder: Die Kaffee-Versteigerungen der Niederländischen Handels-Gesellschaft, Hendel Verlag, Halle a. d. Saale, o. J. [verm. 1900]


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Multatuli, Infam cassirt, Nach einem dramatischen Motiv, Aus: Holländische Novellen, Nacherzählt von Adolf Glaser, Georg Westermann, Braunschweig, 1875

Ideen und Skizzen Digitalisat Digitalisat
Multatuli, Ideen und Skizzen, Übertragen von Karl Mischke, Verlag von Otto Hendel, Leipzig a. d. S., o. J.

Briefe, Erster Band Digitalisat Digitalisat
Multatuli, Briefe, Erster Band, Literarische Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt am Main, 1906

Briefe, Zweiter Band Digitalisat Digitalisat
Multatuli, Briefe, Zweiter Band, Literarische Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt am Main, 1906

Fürstenschule Digitalisat Digitalisat
Multatuli, Fürstenschule, Schauspiel in 5 Aufzügen, J. C. C. Bruns Verlag, Minden in Westf., 1900

Die Abenteuer des kleinen Walther
Erster Band
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Multatuli, Die Abenteuer des kleinen Walther, Erster Band, J. C. C. Bruns Verlag, Minden in Westf., 1901

Die Abenteuer des kleinen Walther
Zweiter Band
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Multatuli, Die Abenteuer des kleinen Walther, Zweiter Band, J. C. C. Bruns Verlag, Minden in Westf., 1901

Max Havelaar Digitalisat Digitalisat
Multatuli, Max Havelaar, J. C. C. Bruns Verlag, Minden in Westf., 1901

Kleine Erzählungen und Skizzen Digitalisat Digitalisat
Multatuli, Kleine Erzählungen und Skizzen, Verlag von Philipp Reclam, Leipzig., verm. 1902


Multatuli, eigentl. Eduard Douwes Dekker (2. März 1820, Amsterdam – 19. Februar 1887, Nieder-Ingelheim)

Eduard Douwes Dekker, bekannt geworden unter dem Pseudonym Multatuli, war ein niederländischer Schriftsteller.


Eduard Douwes Dekker, wie Multatuli bürgerlich hieß, wurde als viertes von fünf Kindern geboren. Er entstammte einer bürgerlichen, gut-situierten Familie; sein Vater, Engel Douwes Dekker, war hölländischer Kapitän und die meiste Zeit auf See. Seine Mutter, Sietske Eeltjes Klein, eine gläubige Protestantin, lebte nur für ihre Kinder. Eduard hing in frühen Jahren sehr an seiner Mutter, von der er seine emotionale Sensiblität und Nervosität haben soll. Diese Züge formten wahrscheinlich auch sein späteres Leben, seine leichte Erregbarkeit und oft Widerspenstigkeit, die jedoch immer mit Warmherzigkeit einherging.

Mit zwölf Jahren besuchte Dekker die Latin School in Amsterdam und wollte Geistlicher werden, wie sein älterer Bruder. Nach drei Jahren verließ er aber die Schule aus nicht bekannten Gründen und arbeitete fortan in einer Textilfabrik.

Mit 18 Jahren, am 23. September 1938 brach er zusammen mit seinem Bruder als Maat auf dem Schiff seines Vaters, der Dorothea, nach dem damaligen Holländisch-Ost-Indien auf.


Von 1838 bis 1856 hatte Douwes Dekker eine Anzahl offizieller Posten in Holländisch-Ost-Indien. Er verliebte sich in eine Frau namens Caroline Versteegh und hätte sie auch geheiratet, wenn er nicht auf Widerstand gestoßen wäre. Caroline war römisch-katholisch und drang darauf, daß auch ihr Mann die gleiche Religion besäße. Douwes Dekker wechselte zu ihrem Glauben über. Doch, Carolines Vater wollte ihn nicht als Schwiegersohn, da Dekkers Ruf als Spieler zweifelhaft und er schnell und hitzig bei Streitigkeiten und Auseinandersetzungen war. Es gibt viele Gerüchte über ihn: Duelle, sein Leichtsinn bei Geldangelegenheiten, besonders, wenn es sich um Waisen und Bettler handelte, Wohnungslose, Alkoholiker und Prostituierte, die seiner Hilfe bedurften. Einmal schlug er sich im Theater mit drei Herren, da sie sich über eine Schauspielerin obszön äußerten. Dekker wurde festgenommen und wegen "ungebührlichem Verhalten" bestraft. Einmal kaufte er Sklaven, um sie in die Freiheit zu entlassen; dadurch kamen er und seine Verwandten in arge Bedrängnis und wurden von vielen geschnitten. Douwes Dekker war ein Mann der Tat und unverbesserlicher Spieler; er war Stammgast im Casino, spielte Roulette, verlor viel und verschuldete sich.

1842 wurde Douwes Dekker die Leitung des Bezirks Natal, an der Westküste Sumatras, anvertraut. Er war gerade zwanzig geworden und voller Tatendrang. Er hatte eine Affaire mit einer 13-jährigen Eingeborenen, Si Oepi Keteh ('Kleines Fräulein'), und schreib seine ersten Prosaarbeiten unter Multatuli, "Lose Blätter aus dem Tagebuch eines alten Mannes". Doch seine Berufung wurde für ihn zur Katastrophe. Er verbrachte ein Jahr in Armut, wurde von Governor-Colonel Michiels ('General Vandamme' in Max Havelaar) entlassen wegen "Unregelmäßigkeiten in der Buchführung und dem Verdacht auf Unterschlagung". Dekker hatte Fehler gemacht, aber er war kein Betrüger. Aus Rache stahl Dekker einen Truthahn von Colonel Michiels (siehe Max Havelaar). Nach einem Jahr wurde er rehabilitiert und bekam einen vorübergehenden Posten auf Java.

1846 heiratete er Everdine Huberte, Baronin van Wijnbergen, seine 'Tine' in Max Havelaar. Sie hatten zwei Kinder. Der Sohn, Eduard ('kleiner Max' in Max Havelaar), wurde 1854, seine Tocheter, Nonnie, 1857 geboren.

Tine and Eduard reisten viel auf dem Archipel: Poerworedjo, Menado und Amboina.

Obwohl er mit den Vorgesetzten oft in Streit geriet, weil er seine "freie kritische Meinung" nicht versteckte, wurden Dekkers Verwaltungsleistungen von offizieller Stelle als fähig, fleißig und intelligent eingestuft und hoch gelobt.

Douwes Dekker wurde schnell befördert und im Jahre 1856 zum Assistant Resident von Lebak in West-Java vom Governor-General, Mr. Duymaer van Twist, höchtspersönlich erhoben. Bevor er jedoch seinen Dienst am 22. Januar 1856 antrat, machte er zwei Jahre Urlaub in den Niederlanden.

Eine aufreibende Zeit für ihn; er war auf nahezu jeder Party, besuchte die Casinos und verlor aufs Neue sein ganzes Geld.

Dekker sah in seinem Leben immer die Aufgabe, Hilfsbedürftigen zu helfen und sie zu unterstützen. Als Assistant Resident von Lebak nahm er seine Aufgaben sehr ernst. Damals war Lebak ein armer und schwieriger Bezirk. Es gab Aufstände und die Bevölkerung wurde von ihrem Regenten, dem Prinzen Radhen Adhipatti Karta Nata Negara unterdrückt. Douwes Dekkers Vorgänger, Mr. Carolus, 'Slotering' in Max Havelaar, wollte diese Umstände der Kolonialverwaltung melden, starb aber bevor seine Untersuchungen abgeschlossen waren. Carolus' Frau, 'Mrs Slotering' im Roman, glaubte daß ihr Mann auf Veranlassung der Regierung Radhen Adhipattis vergiftet worden war und fürchtete, daß Dekker das gleiche Schicksal bevorstehe.

Schon nach einem Monat hatte Dekker ausreichend Beweismaterial gesammelt, um die Regierung der Korruption anzuklagen. Doch seiner Klage wurde vom Resident Brest van Kempen, 'Mr. Slymering' in Max Havelaar, nicht stattgegeben. Als es klar wurde, daß der Resident ihn nicht unterstützen würde, wandte er sich persönlich an den Governor-General. Er glaubte, daß Duymaer van Twist, der ihn ernannt hatte, ihm helfen würde; doch seine Hoffnungen wurden bitter enttäuscht. Statt Unterstützung zu erhalten, erhielt er eine scharfe Rüge und wurde nach Ngawi, in einen Bezirk auf Sumatra, strafversetzt. Douwes Dekker legte am 16. April 1856 sein Amt nieder, kehrte nach Europa zurück, reiste viel ohne bestimmtes Ziel, lebte in Armut und ließ sich schließlich in Brüssel nieder.

Dort schrieb er in dem kleinen Hotel, Au Prince Belge, seinen autobiographischen Roman, Max Havelaar. Er wollte auf die Situation der Javaneser aufmerksam machen und ihre Lage bessern – "dreißig Millionen leben unter Mißhandlung und Ausbeutung", aber es sollte auch seiner Rehabilitiation dienen.

Douwes Dekkers Manuskript wurde von Jacob van Lennep, einem Rechtsanwalt, Journalisten and Novelisten herausgegeben, der den hochexplosiven Inhalt dieses Buches schnell erkannte und politische Auswirkungen fürchtete. Gegen den Willen des Autors änderte und verharmloste er an vielen Stellen das Original-Manuskript. Außerdem wurde gegen die Abmachung das Buch nicht in einer preiswerten Ausgabe vorgelegt, wovon ein Großteil nach Indonesien gehen sollte, sondern in einer limitierten, teuren, und nur wenige Exemplare gingen nach West-Indien. Dekker verklagte deswegen Van Lennep, doch mußte er bis 1875 warten, bis er das Copyright zurückerlangte. Der Roman hatte jedoch Aufsehen erregt und führte zu Debatten im Niederländischen Parlament.

Obwohl das Buch eine Verbesserung der Situation der Javaneser und die Wiedereinsetzung Dekkers nicht sofort bewirkte, führte es zu einer "ethischen" Kolonialpolitik der Niederländer in West-Indien am Ende des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Douwes Dekker war in den letzten Jahren seines Lebens politisch und in Wirtschaftsdebatten sehr aktiv. 1875, nachdem seine Frau Tine gestorben war (1874), heiratete er Maria Hamminck Schepel ("Mimi"), bekannt unter dem Schriftstellerinpseudonym Heloïse. Zusammen mit Mimi und ihrem deutschen Pflegekind Eduard ('Wouter') Bernhold, verbrachte Douwes Dekker sein Leben in Hague und Deutschland.

Eduard Douwes Dekker starb an einem Asthmaanfall.

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