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Zitkala Sa (22. Februar 1876, Yankton Sioux Agency – 26. Januar 1938, Washington, D.C.)

Prosa

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Aus: The Atlantic Monthly, Vol. 90, 1902, Boston and New York, Houghton, Mifflin and Company, The Riverside Press Cambridge
Übertragen von Maoi Milalis



Zitkala Sa (22. Februar 1876, Yankton Sioux Agency – 26. Januar 1938, Washington, D.C.)

Zitkala Sa war ein Sioux-Indianerin aus South Dakota. Sie war Schriftstellerin, Musikerin, Lehrerin, Komponistin und Aktivistin.

Zitkala Sa, was ›Roter Vogel‹ bedeutet, wurde 1876 in der Yankton Sioux Agency als drittes Kind von Ellen Tate Iyohinwin ›Die nach dem Wind greift‹ Simmons, einer reinrassigen Dakota, und einem Weißen namens Felker, über den weiter nichts bekannt ist und der die Mutter noch vor der Geburt seiner Tochter verließ, geboren. Ihren bürgerlichen Namen Gertrude Simmons, später, nach ihrer Heirat, Gertrude Simmons Bonnin benutzte sie nur bei Rechtsangelegenheiten und in Korrespondenz des SAI.

Zitkala Sa verbrachte ihre frühe Jugend bei den Dakota Sioux. Im Jahre 1884 überredete man sie, Missionaren in ein Quaker-Internat für Indianer in Wabash, Indiana zu folgen.

Nach sechs Jahren im Internat studierte Zitkala Sa von 1895 bis 1897 am Earlham College in Richmond, Indiana, um anschließend an der Carlisle Indian Industrial School in Pennsylvania 1899 für zwei Jahre zu lehren. Dort begann sie, unter dem Lakota-Namen Zitkala Sa, autobiographische Kurzgeschichten zu veröffentlichen. Im Jahre 1900 entschieden sich die sonst eher konservativen Magazine »The Atlantic Monthly« und »Harper´s Magazine« auch kontroverses Material zu veröffentlichen, Artikel und Skizzen, die sich mit der 1880 einsetzenden politischen Bewegung befaßten, bei der die Vereinigten Staaten ihre Politik gegenüber den Indianern zu erneuern suchten.

In diesem Klima konnte Zitkala Sa »Old Indian Legends, nacherzählt von Zitkala Sa« (1901) für die »Bostoner Ginn and Company« veröffentlichen, die sie darauf nach Yankton zurückschickte, um noch mehr Geschichten über ihren Stamm zu sammeln.

Im Jahre 1914 wurde Zitkala Sa Mitglied des Beratungsausschusses der »Society for the American Indian« (SAI) die 1911 gegründet worden war. Sie, ihr Mann, Captain Raymond Bonnin, und ihr Sohn, Ohiya ›Gewinner‹, lebten in Washington, D.C., wo sie die SAI Zeitschrift redigierte, das »American Indian Magazine«.

Im Jahre 1921 gründete sie das »Indian Welfare Committee«, und drei Jahre später, als das amerikanische Bürgerrecht auch den Indianern gewährt wurde, arbeitete sie am Buch »Oklahoma´s Poor Rich Indians« als Co-Autorin mit. Ihr zweites Buch, »American Indian Stories« (1921) war die erste Sammlung autobiographischer Skizzen in der Zitkala Sa über ihr Leben bei den Sioux berichtete - unverfälscht durch editorische Eingriffe.

Zitkala Sa war auch eine begabte Violinistin, die etliche Preise gewann. Sie studierte am Bostoner Konservatorium, bevor sie die Lehrtätigkeit an der Carlisle Indian Industrial School aufnahm, die der Gründer Henry Pratt, ein Armeeoffizier, unter den Motti ›from savagery to civilization‹ und ›we must kill the savage to save the man‹ leitete und die Studenten und Studentinnen durch schwere Arbeit ausbeutete, worüber Zitkala Sa später kritisch berichtete, was ihr mancherorts als Undankbarkeit angekreidet wurde.

Sie schrieb auch zusammen mit dem Komponisten William Hanson die Oper »Sun Dance«, die jedoch seit 1937 nie mehr aufgeführt wurde. Es blieb die einzige Oper, die je von einem amerikanischen Indianer geschweige denn einer amerikanischen Indianerin geschrieben wurde.

Zitkala Sa starb am 26. Januar 1938 in Washington, D.C. und wurde als Mrs. Bonnin auf dem Arlington National Cemetery beigesetzt, nicht weil die Vereinigten Staaten sie ehren wollten, sondern weil ihr Ehemann, ein Captain der Armee früher verstarb und dort bereits begraben lag.