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Emma Laddey – Aus dem Leben einer Künstlerin

Skizze

Aus: Für edle Frauen, Blätter für die echte und wahre Emanzipation des Weibes, herausgegeben und redigirt von Adolf Hinrichten, Verlag von Wilhelm Friedrich Nachf., Berlin, o. J.



Von der Gottheit einstens ausgegangen,
muß die Kunst zur Gottheit wieder führen.



I.

Die Scene ist das Stadttheater zu Leipzig, nicht das neue, prächtige, sondern das kleine, alte, dessen schlichte Mauern von einer glanzvollen Vergangenheit und von hellen Gestirnen am Himmel der Kunst zu erzählen wissen.

Es ist ein trüber Novemberabend, Nebel fallen herab und hüllen die schönen Promenaden der Stadt in düstere Schleier. Dennoch schreiten die Theaterbesucher muthig darüber hin, um sich durch die enge Pforte des Musentempels zur Quelle lauterster Kunst zu drängen.

Man giebt Beethoven's »Fidelio«, die Titelrolle singt eine junge, gottbegnadete Priesterin Bertha Würst, und solcher Magnete bedurfte es wohl, um in der gewitterschwülen Zeit des Jahres achtundvierzig, denn diese denkwürdige Zahl schreiben wir, die erregten Gemüther zu reinem Kunstgenuß zu stimmen.

Alle Augen sind auf die Leonore des Abends gerichtet, auf jene hohe, schlanke Gestalt mit dem stolzen Nacken, den flammenden Augen und jenen heroischen Mienen, wie sie nur das Erbtheil Auserwählter sind und die Macht haben, selbst Zügen, denen die klassische Form fehlt, etwas von der Antike zu geben.

Das dunkle Männerkostüm macht die hohe Frauengestalt wirklich einem Jüngling gleichen, so daß das falsche Spiel, das Gattenliebe sie mit Marzelline treiben heißt, etwas Glaubhaftes erhält. Ganz aber erhebt sich die Bedeutung der Künstlerin erst in jener hinreißenden Arie: »Komm Hoffnung, laß den letzten Stern der Müden nicht erbleichen,« da will der Beifallssturm nicht enden.

Man weiß es nicht, ist es die Stimme, die hinreißende Art des Gesanges, die man beklatscht? Man giebt sich keine Rechenschaft; denn Fidelio-Leonore läßt keine kalte Kritik zu, sie ist die Verkörperung dessen, was Beethoven in seinem hohen Liede der Gattenliebe gewollt – Schein und Wirklichkeit werden hier zu eins. Die Leistung wächst von Scene zu Scene, und jenes berühmte »Tödt erst sein Weib!« mit dem Leonore sich zwischen den Gatten und den Dolch des Mörders wirft, ist ergreifender und wahrer nie gesungen worden. Hier ist die Heldin am Platze und groß, in hohem Stile ist Darstellung wie Gesang.

Unten aus dem Parket jubelt's herauf, die Künstlerin muß immer und immer wieder vor der Rampe erscheinen.

Nur Einer, der da gestanden, an eine Säule gelehnt, lautlos, ganz Ange und Ohr, er betheiligt sich nicht an dem lauten Beifall. Die dunklen, seelenvollen Augen, die aus dem bleichen, von schwarzem Haar umlockten Antlitz in mildem Glanze leuchten, haben jede Bewegung der Sängerin, wie magisch gefesselt, verfolgt. Und doch – keinen Beifallslaut! Der Vorhang ist gefallen, der ernste Hörer wirft seinen Mantel über und ist einer der Ersten, der still hinausgeht.

»Geibel,« flüstert es in der Menge und Geibel, der herrliche Dichter, der das Kunststück fertig gebracht hatte, seine Gedichte in acht Jahren zwölf Mal aufgelegt zu sehen, und jetzt schon mit dreiundzwanzig Jahren ein Liebling der Nation zu sein, war es.

In seinem für alles Große und Herrliche begeisterten Gemüthe schwirrten damals die »Juniuslieder«, diese Flammengebilde einer neu aufsteigenden Morgenröthe. An jenem Abend aber dichtete er keins derselben, wollte er doch am anderen Morgen Leipzig verlassen, vorher aber der Künstlerin, die ihn ergriffen mit seltener Gewalt, aussprechen, wie sie seine Seele bewegt.

Und die Leonore des Abends? Erschöpft, unfähig nach dieser Anspannung aller Kräfte kehrte sie in ihre Wohnung heim, die hochgespannte Seele von den Eindrücken der letzten Stunden zu bewegt, um sich in Alltagsgesprächen zu ergehen.

Still und allein lehnte sie in der Sophaecke, in Gedanken noch einmal Fidelio von der ersten bis letzten Note durchgehend und daran feilend, für die nächste Aufführung Gewinn schöpfend.

Spät erst senkte sich die Ruhe auf diese bewegten Augensterne.

Die Post des anderen Morgens brachte gewohnte Huldigungen: Briefe, Gedichte, die oft mehr der Künstlerin, als der Kunst galten. Die puritanische Art der Künstlerin fühlte sich durch die meisten verletzt. Aber dieser Morgen brachte ein Gedicht, das sie nicht zu den anderen warf, das sie aufhob als ein Kleinod. Was war der Beifall des Publikums gegen die Anerkennung des gottbegnadeten Dichters?

Die Verse lauteten:


»Ich sah Dich stehn wie eine Seherin
Von heiligen Entzückungen ergriffen;
Dein Auge flammte, Deine Seele klang
Hinab in meiner Seele tiefste Tiefen.
Du hast gelöst zu stillem Frieden,
Was lastend mir die Brust beschwerte,
Ich schwang auf Flügeln Deines Sanges
Mich himmelwärts von dunkler Erde!

Nun aber will die trübe Mitternacht
Der Seele froh Genügen mir verdüstern
Und bangen Kummer will sie mir um Dich,
Die ich so glücklich wünschte, leise flüstern:
Der Frühlingsblumen muß ich denken
Und ihrer kurzen Pracht mit Sorgen;
Der Sterne denk' ich, deren Schimmer
So bald verlöscht der graue Morgen.

Und denken muß ich, wie so Viele, die
Wie Du mit Himmelsoffenbarung kamen,
In dieser Erde Dunkelheit so bald
Verloderten an ihren eignen Flammen.
Und innig meine Hände muß ich falten
Zu bitten von des Himmels Güte
Dir lange Nacht, Dir langen Frühling
Du schöner Stern, Du Wunderblüthe!«



II.

Jahre sind vorübergerauscht, Bertha's Talent hat ihr ein ehrenvolles, lebenslängliches Engagement am Hoftheater in Stuttgart verschafft, die Oper feiert dort ihre Blüthezeit, Namen wie Sonntheim, Pischek, Mathilde Marlow und Bertha Leifinger verkünden ihren Ruhm weit über die Grenzen des Schwabenlandes.

Bertha ist lange vermählt, die Vielumworbene hat einem damals noch wenig bekannten Arzte ihre Hand gereicht und feiert nun als Bertha Leifinger Triumphe.

Sie ist bei Hof und Publikum als Sängerin gepriesen, als Frau hochgeachtet. Ehrenvolle Einladungen zum rheinischen Musikfest, zum Gastspiel nach London sind an sie ergangen, sie hat ihnen Folge geleistet und ist überall mit Jubel empfangen worden. Jetzt singt sie in Frankfurt a. M. Das Haus ist stets ausverkauft und der Beifall unbeschreiblich. Sie freut sich ihrer Erfolge, nicht nur als Künstlerin, nein auch als sorgende Hausfrau, als zärtliche Mutter; liegt ihr doch zum größten Theile die Erhaltung des Hausstandes ob.

Heute hat sie die Fides gesungen, und Mutterliebe und Mutterangst beseelte jede Note. Begeisterte Ovationen haben die Leistung der Künstlerin begleitet. Sie hat sie verdient, sie ist die wahre Priesterin der Kunst, die in jedem Augenblicke sich voll und ganz ihrer Aufgabe hingiebt und nicht nach Art berühmter Virtuosinnen ihre Kraft für schmetternde Arien zusammengeizt! Wohl mahnen die Freunde von dieser leidenschaftlichen Hingabe an die Kunst ab, und es ist besonders der lebenskluge Hackländer, der beständig warnt, nicht an den eigenen Flammen zu verlodern.

Aber da hilft nichts, einmal ihrer Kunst dahingegeben, kennt Bertha keine Schranke und muß so durch das Feuer ihrer Begeisterung die kühlsten Hörer fortreißen.

Aber eine Feuerseele, wie die ihre, wird jedem Lebensverhältniß ganz gerecht. Ist der Vorhang gefallen, wandelt sich die stolze Künstlerin zum bis zur Schwäche liebenden Weibe und vor Allem zur zärtlichsten der Mütter.

Jetzt ist die Fides des Abends, die vielbewunderte, in ihr Hotel gekommen. Fröstelnd sieht sie sich in dem kalten Gasthauszimmer um, »Morgen bin ich daheim!« flüstert sie glückselig. Freundliche Blicke streifen die Kränze und Blumen, Trophäen des Abends, aber sie drückt sie nicht mehr in Begeisterung an die Lippen wie einst; ihre Sorge gilt Anderem! Mit glückstrahlenden Mienen tritt sie zum Schranke. Was zieht sie daraus hervor? Ein Kleinod, die Gabe eines begeisterten Enthusiasten? Ach nein – ein Kindermäntelchen ist es von braunem Sammet, ein gleiches kleines Barett und ein schottisches Blousenkleidchen, wie Jahreskinder es zu tragen pflegen.

»Wie er reizend darin sein wird, mein süßer, einziger Liebling!« spricht sie mit strahlendem Lächeln und besieht die Sächelchen von allen Seiten und liebäugelt mit ihnen. Dann legt sie, wie Kinder am Weihnachtsfeste pflegen, die Gaben um ihr Bett, damit ihr erster und letzter Blick darauf falle.

»Das Alles bringt Dir die Mutter,« spricht sie leise vor sich hin, als sähe sie den herzigen Knaben schon vor sich, »die Mutter, die sich so schwer von ihrem Einzigen getrennt hat! – Aber morgen kommt sie heim und bringt viel, viel Geld mit und darf dann lang bei ihren Lieben bleiben!«

Unter so hoffnungsvollen Gedanken verläßt sie am nächsten Tage das schöne Frankfurt.

In Ludwigsburg sieht sie den Gatten, er ist bleich und ernst, ihre immer erregte Phantasie spiegelt ihr das Schlimmste vor.

»Mein Kind ist krank!« ruft sie ihm entgegen.

Er will sie beruhigen, aber sein Wort klingt matt, sein Auge flieht das ihre.

In namenloser Angst legt sie die Stationen zurück, die sie noch von Stuttgart trennen – sie fühlt es, ihr Kind ist verloren!

Heimgekehrt, eilt sie, wie vom Instinkt getrieben, zuerst in den Salon – ein kleiner Sarg, brennende Lichter nehmen die Mitte ein – – –.

Mit markerschütterndem Schrei sinkt sie an der kleinen Leiche nieder.

»Todt, todt! und man hat mich nicht gerufen, man konnte mich singen lassen!?«



III.

Und noch ein Abend aus dem vielbewegten Leben der Künstlerin:

Der Schauplatz ist ein behagliches Zimmer im Geschmack der fünfziger Jahre, die wohlerhaltenen Möbel zeigen eine solide Eleganz, die ein paar große Oelbilder noch erhöhen. Keine Lampe brennt, das Gaslicht von außen erhellt den Raum genug und läßt dort im Lehnstuhl am Ofen deutlich eine weibliche Gestalt erkennen, die, obgleich sie zusammengesunken dasitzt, etwas Mächtiges hat.

Draußen an der Vorthüre schellt es, ein-, zweimal, die Ruhende erhebt sich nicht. Was suchen sie die Menschen auch in ihrer Einsamkeit?! sie will nichts von der Welt, sie will Ruhe, Ruhe nach so langem Kampf!

Ihr Blick streift ihr Ebenbild an der Wand. Ist's möglich, daß sie einst jene Norma, war, die dort in ihrem Priestergewande zu ihr hinunterleuchtet, wie ein Gebilde aus einer anderen Welt? Hat sie einst wirklich jener herrlichen, phantastischen und doch an Intriguen und Kämpfen so reichen Kunstwelt angehört? Es ist ihr fast wie ein Traum! Wer so viel erlebt, dem schwinden die Lichtblicke, die das Dasein erhellen. – -

Sie sieht hinab zu jenem Kinderantlitz, dem süßen, geliebten, das ihr Clärchen getragen, ihr heißgeliebtes, hochbegabtes Töchterchen. Sie denkt des Tages – und ihr Haar sträubt sich – an dem das achtjährige Kind krank aus der Schule heimgekommen, an jene fürchterliche Zeit des Fiebers und der Phantasien, und an jenen Augenblick, der – das Schlimmste brachte! –

Noch jetzt nach vielen, vielen Jahren stürzen heiße Thränen aus ihren Augen. Hatte sie einst gemeint, den Tod des Kleinen nicht überwinden zu können, so hat sie fühlen müssen, was es heißt, ein Kind dahinzugeben, das der Mutter schon Freundin geworden, das einem Bäumchen gleicht, das tausend Knospen angesetzt hat, und dann elendiglich verwelkt. – –

Vorbei war es da mit ihrer körperlichen, wie künstlerischen Kraft gewesen – gebrochen die Töne, gebrochen wie ihr Herz! – –

Welch eine Reihe von jammervollen Jahren liegt nun zwischen ihr und ihrem Glück!

Sie denkt an Angst und Sorgen, an den Wechsel der Verhältnisse, an des Gatten Siechthum und seine endliche Auflösung. Jetzt hatte sie gemeint, endlich Ruhe zu finden, Ruhe, das Einzige, nach dem sie sich von ganzem Herzen noch sehnt!

In ihrem letzten Kinde, ihrer Elisabeth, lag ja noch eine Zukunft, ihr wollte sie leben in stiller Häuslichkeit. Eine fast krankhafte Scheu hatte die Mutter veranlaßt, ihr Kind so fern als möglich vom Theater zu erziehen. Ihm wünschte sie ein ruhigeres Leben, nicht jene Laufbahn, die alle Kräfte der Seele so entsetzlich anspannt.

Wie hatte sie sich der Entwickelung dieser sonnigen, harmonischen Natur erfreut, mit welcher Genugthuung wahrgenommen, daß nichts von ihrer Feuerseele auf sie übergegangen war.

Aber sie hatte sich getäuscht: unter der Asche konventionellen Firnisses moderner Bildung hatte er geschlummert der Funke, der von der Mutter ererbt war.

Kaum trat mit des Vaters Tode die Notwendigkeit für das junge Mädchen heran, auf eigenen Füßen zu stehen, als es ihm auch klar war, welchen Weges es zu gehen habe. Ihre perlklare Stimme, ihre feine, musikalische Begabung bedurften nur noch des edlen Schliffes; was Andere in Jahren lernten, das eignete sich Elisabeth spielend an.

Der Mutter Kind und doch so ganz anders!

Waren es heroische Charaktere, die der Mutter eigneten, so führte die seltene, lerchenartige Kehlengeläufigkeit die Tochter dem kolorirten Fache zu und sich zu diesem bei der ersten Gesangsmeisterin, der Garcia in Paris auszubilden, war der Wunsch, den das kaum achtzehnjährige Mädchen in der That umzusetzen wußte.

Was sie dabei aufs Neue gelitten, die vielgeprüfte Mutter!

Als verständige, praktische Frau, die des Lebens »ernstes Führen« verstand, wie Wenige, konnte sie der Tochter nicht Unrecht geben, als Mutter aber hätte sie ihr Kind von der schillern-Bahn zurückreißen mögen. – –

Gewohnt, ihre Pflicht aufs Aeußerste zu thun, hatte sie ihr Kind nach der schönen Seinestadt, von deren Herrlichkeiten Beide wenig genug sahen, begleitet. Studium, ernstes, anhaltendes Studium nahm diese Zeit ein, und wer mit der Tochter übte, Tag für Tag, das war die Mutter. Wenn etwas sie mit dem Entschlusse Elisabeths, sich der Kunst zu widmen, aussöhnen konnte, so war es der Ernst, mit welchem jene nur dem erwählten Berufe lebte.

Und nun waren sie heimgekehrt nach Stuttgart, das Mädchen frisch und fröhlich, von freudigster Hoffnung beseelt; die Mutter matt und weltabgewandter denn je. Den letzten Rest der einst so reichen Kraft hatte das Studium der Tochter aufgesogen.

So groß war die Erschöpfung, daß sie sich nur halb des ungetheilten Erfolges hatte freuen können, den Elisabeth bei ihrem ersten Auftreten im Konzerte errang! Und als das kaum Glaubliche geschehen, die erste Bühne Deutschlands, Berlin, die junge Kunstnovize zu einem Gastspiel auf Engagement eingeladen, da hatte die Mutter gefühlt, daß sie neuen Aufregungen nicht mehr gewachsen war. Sie hatte ihr Kind noch dem Norden, wo ihr Freunde und Verwandte wohnten, allein ziehen lassen und war nun allein mit ihrem heißen Herzen, ihrer quälenden Sorge!

In diesen Tagen mußte das Debut stattfinden, das wußte sie, den Abend selbst hatte man ihr aus Schonung verschwiegen. – – –

Plötzlich erhebt sie sich lebhaft, sie tritt ans Fenster, wie um Luft ringend: es ist nur ein Gedanke, der sie durchblitzt, aber dieser Gedanke ist ihrer erregbaren Natur aufreibend. Wie, wenn das erste Auftreten heute schon vor sich geht? Wie, wenn ihre Elisabeth in diesem Augenblick »Rosine« ist, wenn sie jetzt vor dem verwöhntesten Publikum die halsbrechenden Passagen Rossini's mit ihrer ungeprüften Kraft singt?

Welch eine Qual ist eine lebhafte Einbildungskraft! Einst hat sie ihr auf der Bühne zu den größten Triumphen verholfen, weil sie ihrem Spiel die höchste dramatische Kraft gab – jetzt wird dieselbe ihr zum Danaergeschenk! – »Verlodern an ihren eigenen Flammen« muß sie, der Dichter hat es prophezeiht, er hat sie erkannt.

Sie fühlt, sie wird sich des Erfolges ihres Kindes nie erfreuen können die Angst, die Aufregung werden sie das Theater fliehen lassen. Und wenn Elisabeth keinen Erfolg hat? Wenn auf die junge Blüthe der Frostthau des Mißerfolges fällt?!

O dieser Abend, dieser fürchterliche Abend! Dieses schreckliche Alleinsein! Stunde auf Stunde verrinnt; die Mitternacht schleicht heran, die einsame Frau merkt es nicht. Ein schriller Ton der Hausglocke durch die Stille der Nacht – bebenden Fußes eilt sie hinab – sie hält ein Telegramm in den Händen! Sie zwingt sich bis in ihr Zimmer, reißt das Papier auseinander – liest und bricht in heftige Thränen aus.   –  –  –  –  –  –  –  –  –  –  –

Und doch war es eine Freudenbotschaft, die sie erhalten hatte, die Kunde von dem ersten Siege Elisabeth's!

Der Stern, der an jenem Abend über dem Haupte der jugendlichen Künstlerin aufging, wird nicht verfehlen, mit seinem Glanze den Lebensabend der Mutter zu verklären!