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18. April 2008

Frida Spandow – Ehefreuden.     Zur Biographie


aus: Die zehnte Muse, Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl, herausgegeben von Maximilian Bern, Verlag Otto Eisner, Berlin, 12. Tsd. 1904, S. 44 f.


Ehefreuden.

Sie sassen sich gegenüber
Und assen Butterbröde;
Sie gähnten beide entsetzlich
Und fanden das Leben »so öde«.


Er dachte beim Kurszettel-Lesen,
Was der Winter noch kosten solle;
Sie blätterte im Romane
Und wickelte dabei Wolle.


Um neun Uhr wollt' er ins Café
Zu Freunden und Bier und Karten,
Sie solle nur ruhig schlafen
Und ja nicht auf ihn warten!


Sie wollte zur kranken Freundin
Auf einen Sprung mal gehen!
Die war so lange schon leidend,
Man musste doch nach ihr sehen.


Sie trennten sich an der Ecke
Mit Händedrücken, recht zart.
Das Café – wohnte vier Treppen,
Die Freundin – hiess Eduard!





20080417_Frida Spandow - Ehefreuden.
20080417_Frida Spandow - Ehefreuden.