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7. Mai 2008

Hans Much – Das Ziel.     Zur Biographie


aus: Hans Much, Denken und Schauen, Gedichte, Verlag von Curt Kabitzsch, Würzburg, 1913, S. 109



Das Ziel.

Ich wandre vorwärts nach dem Ziel, dem hellen.
Nicht einsam, wenn auch ohne Weggesellen.


Es sichern Kraft für Seele mir und Glieder
In meiner Brust die ungesungnen Lieber.


Und ruhig trotzend schirmen vorm Erschlaffen
Mich meines Geistes ungebrauchte Waffen.


Es ist kein Jagen, kein unbändig Hasten.
Ein stetig Wandern ists, doch ohne Rasten.


Wie schön der Weg! Zwar mühsam zu beschreiten.
Doch große Pracht strömt durch die Einsamkeiten.


Und wallen Nebel, die den Abgrund hüllen,
Sie müssen fliehn vor meinem stäten Willen.


So, klaren Augs, erfaß ich die Bedrängnis.
Und alles Graun fällt ab von dem Verhängnis.


Dem Ziele zu! Und dies der Wandersegen:
Erreich ichs nicht, ging ich ihm doch entgegen!





20080507_Hans Much - Das Ziel.