ngiyaw-eBooks Home

25. Juli 2009

Margaretha Adelmann – Liebesschmerz.     Zur Biographie


aus: Margaretha Adelmann, Gedichte, F. A. Brockhaus, Leipzig, 1844, S. 58 f.


20090725_Pierre-Auguste Renoir - Badende auf Felsen

Pierre-Auguste Renoir – Badende auf Felsen


In den schönen Frühlingstagen,
Wo das Leben froh erneut,
Von verborgner Kraft getragen,
Diese Welt mit Blumen streut;


Wo die Liebe leichtbeflügelt,
Scherzend, die Natur umschwebt,
Sich in jeder Welle spiegelt
Und in jedem Hauche lebt:


Zieht sie auch mit Schmeicheltönen
In des Menschen Busen ein,
Zeiget ihm den Reiz des Schönen
In des Himmels Widerschein.


Schlinget ihre Fäden leise
Um zwei lose Herzen hin,
Welche nun nach ihrer Weise
Tanzend durch das Leben zieh'n.


Doch zu bald oft will sie's enden,
Es verstummt ihr süßer Ton,
Und sie trennt mit rauhen Händen
Rasch die lieben Bande schon.


Nur die namenlosen Schmerzen,
Die sich in die Brust gewühlt
Bleiben den zerrissnen Herzen,
Die so kurz das Glück gefühlt.





20090725_Otto Roquette – Schöne Tage sind gewesen.

20090725_Otto Roquette – Schöne Tage sind gewesen.