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1. November 2009

Caroline von der Lühe – Die unsichtbare Welt     Zur Biographie


aus: Deutschlands Dichterinnen (1500 bis 1846), Herausgegeben von Abraham Voß, Verlag von Vollmann und Schmidt, Düsseldorf, 1847, S. 116f.


20091101_Caspar David Friedrich - Friedhof im Schnee

Caspar David Friedrich – Friedhof im Schnee


Wenn in Hauch der Abendkühle
Hell der Thau am Halme bebt,
Und mit sanfterem Gefühle
Jede Menschenbrust sich hebt:
Dann, o wie labend, dämmernd erhellt,
Weihst du den Abend, heimliche Welt.


Wenn in hohen Sterngefilden
Sich in ahnungsvoller Pracht
Neue Welten funkelnd bilden,
Goldglanz streuen durch die Nacht:
Still, wie der Weihe Heiligkeit, thront
Dann in der Bläue silbern der Mond.


Und der Geist, von Erdenschleier
Kaum gehalten, fliegt empor
Von dem Staub und fühlt sich freier
Eilt schon der Vollendung vor.
Kommt aus der Höhe Hoffnung und Muth,
Wohl oder Wehe – Alles ist gut.




20091101_Caroline von der Lühe  - Die unsichtbare Welt.

20091101_Caroline von der Lühe  - Die unsichtbare Welt.