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11. November 2009

Maria Mnioch – Mann und Weib.     Zur Biographie


aus: Zerstreute Blätter beschrieben von Maria Mnioch geb. Schmidt, Gesammelt und herausgegeben von J. J. Mnioch, Görlitz bei C. G. Anton, 1821, S. 87f.


20091111_Egon Schiele - Seher

Egon Schiele – Seher


Es war nothwendig, daß man den Weibern endlich die öffentliche Ehrenerklärung that, sie sind Menschen, und haben ihre unverletzbaren Menschenrechte, wie die Männer. Diese Gleichheit liegt in der Vernunft, welche von keinem Geschlecht weiß, und der Himmel gebe nur, daß sie gehörig geachtet werden möge.
Wenn ich aber lese, daß eine Staatsverfassung gewünscht wird, worin diese Gleichheit die feinsten und schönsten Unterschiede des Charakters beider Geschlechter aufheben müßte; so kömmt es mir vor, als verlange man ein Instrument, auf welchem der Diskant wie der Baß klingen, oder wo es eigentlich gar keine hohen Töne geben soll. Was in aller Welt müßte das für eine Musik seyn, die auf einem solchen Instrument gespielt würde! Ohne Mannigfaltigkeit ist keine Harmonie möglich, aber gar wohl ein Rauschen und Lärmen. Zerbildeten sich die Weiber zu Männern, so würde alles, was man noch Musik des Lebens nennen kann, sich in ein einförmiges Tosen unruhiger Meereswellen verwandeln.




20091111_Maria Mnioch - Mann und Weib

20091111_Maria Mnioch - Mann und Weib