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Amalie von Ende – Herbst     Zur Biographie


aus: Deutsche Dichtung, Herausgegeben von Karl Emil Franzos, Achtzehnter Band, April 1895 bis Oktober 1895, Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1895, S. 292


20100817_2_Harald Reiter - Herbst bei Schöngeising

Harald Reiter – Herbst bei Schöngeising (copyrighted!) Harald Reiter


Herbst.

Es hat die Sonne ihr Antlitz verhüllt
Mit einem Wolkenschleier,
Und bleigrau hängt er, regenschwer,
Ueber der fröstelnden Welt.


Es hat sich des Herbstes Ahnen erfüllt:
Verlassen liegt der Weiher,
Die Windsbraut stürmt von Nord daher
Ueber das einsame Feld.


Es raschelt das falbe vertrocknete Laub
Zu Füßen der alten Bäume:
So fallen dem Herbste alljährlich zum Raub
Die glühendsten Sommerträume.





20100817_2_Amalie von Ende - Herbst