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Karl Henckell – Die Engelmacherin     Zur Biographie


Aus: Karl Henckell, Gesammelte Werke Bd. 2, J. M. Müller, München, 1921


20140414_tiefe

Aus: Pseudo-Apuleius's Herbarium (13. Jh.)


Die Engelmacherin.

Hier, mein Kind, hier, mein Kind,
Eh deine Mutter kommt, geschwind!
Zuckersüßen Branntewein –
Bald lädt dich der Herrgott ein.
Schmeckt es, mein Liebchen?
So zieht man euch groß.
Eia, popeia,
Dann sind wir dich los.

Ei so geht's, ei so geht's
Zu meinem hübschen Vorteil stets.
Kinder gibt es immer frisch,
Goldne Vögel auf den Tisch.
Wie mich der klingende
Beutel entzückt!
Eia, popeia,
Bald ist mir's geglückt.

»Bist so blaß, bist so blaß«,
Seufzt deine Mutter und weint sich naß.
I, wer wird da gleich gerührt,
Wenn so'n Mädel Kummer spürt?
Kummer und Elend,
Sünde und Pein,
Eia, Popeia,
Bringen was ein.








20140414_Paul Haller – Der Ruf aus der Tiefe

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