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Ellen Andresen – Nachts.     Zur Biographie

Aus: Gedichte von Ellen Andresen, Alwin Huhle Verlagsbuchhandlung m. b. H., Dresden, 1920


© Roland Heyder - Wie lange noch

Roland Heyder – Wie lange noch
© Roland Heyder
Für private, nicht-kommerzielle Zwecke hat der Künstler die Genehmigung erteilt. Danke.


Nachts.

Und morgen steht man auf,
Und übermorgen und alle Tage so,
So ohne Hoffnung, nahe am Erlöschen,
Und nimmt vom Dämmern
Jeden Tags das letzte Leuchten mit in seine Nacht!
O Schmerz, wenn man die schmale Brücke überschritten
Und eine Hand streckt sich uns nach aus dem verlass’nen Land.
Wir aber sind schon im Alleinsein und im Schweigen —
Und durften uns’re letzte, arme Sehnsucht nicht mehr zeigen.


               *

Ein Lächeln bist du, von des Märchens Strand
Über mein Leben geweht,
Ein goldener Kelch, darin Tag und Nacht
Meiner Seele Sehnsucht steht.







Ellen Andresen – Nachts.