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Margaretha Pilgram-Diehl – Die Nixenmühle.     Zur Biographie


Aus: Jahrbuch deutscher Dichtung, Herausgegeben von Karl Weller, 1857, Erster Theil, Heinrich Hübner Verlag, Leipzig, 1858


Nixenmühle

Andreas Achenbach – Westfälische Wassermühle

Die Nixenmühle.

In des Thalgrunds lauschiger Stille,
Wo die Erlen leise wehn,
Höret ihr ein Mühlrad rauschen,
Seht ihr eine Mühle stehn.

Mit melodischem Wellenschlage
Tanzt der Bach in's Weite hin,
Wilde Rosen stehn am Rande,
Schau' n wie Mädchen aus dem Grün.

Plötzlich hält das Mühlrad inne,
Aus des Baches feuchtem Schooß
Steigen Nixen goldig locken,
Lagern sich im Ufermoos:

Sonnen sich im goldnen Strahle,
Athmen wohlig Himmelsluft,
Tändeln mit den jungen Rosen,
Nippen ihren süßen Duft.

Bleiche Nebelschleier weben
Um des Thalgrunds Hügelsaum,
Bach und Mühle leis zerrinnen
Und entschwunden ist der Traum.


(Aus der »Muse« von Dräxler-Manfred, 1857.)







Margaretha Pilgram-Diehl – Die Nixenmühle.