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Erotische Gedichte

J. G. Fischer – Unergründlich.     Zur Biographie


aus: Die zehnte Muse, Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl, Herausgegeben von Maximilan Bern, Verlag von Otto Elsner, Berlin, 1904, S. 50.
Gedicht übertragen von Karl Simrock


erot_002_Guillaume Seignac - Unschuld

Guillaume Seignac – Unschuld


Ich küsste sie auf die Stirne kaum
Und war erschrocken fast,
Wie sie, ein Kind, so fiebernd heiss
Und zitternd mich umfasst.


Wie liebeschauernd mir am Hals
Ihr schluchzender Odem quoll,
Wie gleich einem Retter ihr Herz mir schlug,
Sprachloser Entzückung voll.


Da ahnt' ich an dir, du kleines Herz,
Das solche Flammen kennt,
Die ganze, ungelöschte Glut,
Die heimlich auf Erden brennt.



erot_002_J. G. Fischer - Unergründlich.