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Maria Janitschek – Raststätte.     Zur Biographie


aus: Maria Janitschek, Im Sommerwind, Verlag Kreisende Ringe, Leipzig, 1895, S. 29 f.



Raststätte.

Ich weiß eine Kirche;
hochschlanke Säulen
tragen ihr köstliches Dach.
Nach Ewigkeit riechts
in ihrer Halle,
nach feuchtem Moder
und verborgenen Narzissen.


Liebfromme Sänger
singen Cantaten,
und amt den hohen
luftigen Thoren
wachen Winde
mit geschlossenen Flügeln.


Über den Säulen aber
Sah ich walten
das herrlichste Gnadenbild:
Die Morgensonne
tränkte die durstigen Wipfel der Bäume
mit frischen Quellen
stärkenden Lichts –


O Wald, Wald,
du von heimlichen Liebesworten Gottes
Erklingender!




Maria Janitschek - Raststätte.
Maria Janitschek - Raststätte.